Samstag, 23. Mai 2015

Bridezillas-Tagesabläufe Teil 2

Verliebt, verlobt, der große Auftritt ganz in Weiß gefolgt von einer rauschenden Party - welche Braut träumt nicht davon? Im Idealfall plant man seine Hochzeit nur einmal und das rechtfertigt für viele Brautpaare eine Menge Aufwand. Mal ganz davon abgesehen, dass ihr rein statistisch gesehen durchaus Chancen auf Wiederholung habt, was aber wiederum ein anderes Thema ist. 

Wenn wir hier also schon von Once in a Lifetime sprechen - warum sich auf ein paar Stunden Hochzeitszauber beschränken und nicht das Ganze über mehrere Tage verteilt auskosten? Wie so ein Wedding-Weekend aussehen könnte, und was alles dazu gehört, verraten euch Juli und Gabriela.


Tagesablauf Gabriela


Wir haben unsere Hochzeit als großes Sommerfest im Garten meiner Eltern geplant, denn für die Lagerfeuer- und Scheunen-Romantik, die ich mir für unseren großen Tag gewünscht habe, war die Location bis hin zum eigenen kleinen Bächlein einfach perfekt. Einziger Nachteil: Alle Gäste hatten einen Anfahrtsweg von mindestens 200 Kilometern - und alleine der Aufbau hat den Herzmann und mich, meine Eltern, meinen Bruder nebst Frau und meine Brautjungfer eine Woche ziemlich harte Arbeit gekostet (von der 1/2-jährigen Vorbereitungs- und Bastelzeit, dem Planieren des Zeltplatzes und dem langfristigen Aufhübschen des Gartens mal ganz abgesehen). Diesen wirklich immensen Aufwand wollten wir nicht nur für ein paar Stunden betreiben und haben uns daher für ein ganzes Hochzeits-Wochenende vom Get-together am Freitag bis zum Katerfrühstück, das sich in ein allgemeines Reste-Essen bis in den späten Sonntagabend ausgedehnt hat, entschieden.  


Freitag, 15. August 2014
ab 19.30 Uhr - Vorabend-Hock

Mit unserem Vorabend-Hock (das ist badisch für "gemütliches Zusammensitzen) haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Einerseits konnten wir unsere Gäste in Ruhe miteinander bekannt machen, andererseits haben wir die Glegenheit für ein kleines Helfer-Fest genutzt. Und es gab so einige Leute, die uns bei den Vorbereitungen tatkräftig unter die Arme gegriffen hatten: Die Feuerwehr-Leute aus dem Nachbardorf, die uns das Festzelt geliehen und aufgebaut haben. Den Elektriker, der die ganzen Installationen zum Freundschaftspreis gelegt hat, die Blumen-Fee, den Event-Ausstatter, der uns ohne Aufpreis die "große" Musikanlage (für Outdoor-Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Mann) und Lichttechnik für mehrere tausend Euro hingestellt hatte ...  


Samstag, 16. August 2014
Hochzeitsmorgen
7.00 Uhr - Wecker
8.30 Uhr - Frisör
10.00 Uhr - Fotograf kommt an
11.15 Uhr - Brautauto holt Braut beim Frisör ab
11.30 Uhr - Make-up und Getting Ready
In der Zwischenzeit hat mein Herzmann in Ruhe ausgeschlafen und war anschließend mit seinem Trauzeugen und einem weiteren engen Freund im Nachbardorf frühstücken. Danach ging auch für ihn das Ankleiden los, am meisten Zeit hat es wohl gekostet, die von mir gewünschte Seiden-Fliege anhand eines Youtube-Tutorials zu binden...

Standesamtliche Trauung im engsten Familienkreis
12.15 Uhr - First Look und Abfahrt zum Standesamt
12.30 Uhr - standesamtliche Trauung
13.00 Uhr - Sektempfang und Häppchen
13.30 Uhr - Familien-Shooting
14.00 Uhr - Abfahrt zur Kirche und Foto-Stop Brautpaar

Könnten wir unsere Hochzeit noch einmal planen, wäre hier der einzige Punkt, an dem wir den Tagesablauf wirklich grundsätzlich anders gestaltet hätten. Wir hätten uns um einen etwas früheren Termin auf dem Standesamt bemüht und unser Brautpaar-Shooting auf eine knappe Stunde ausgedehnt. Die Zeit, die dafür am Nachmittag drauf ging, hätten wir im Nachhinein viel lieber gemeinsam mit unseren Gästen verbracht...
Kirchliche Trauung mit allen Gästen
14.30 Uhr - Gottesdienst
15.30 Uhr - Gratulationen vor der Kirche
danach gemeinsamer Spaziergang zur Location

Garten-Scheunen-Sommerfest
16.15 Uhr - Sektempfang
16.30 Uhr - Hochzeitstorte, Kaffeetrinken
17.30 Uhr - Brautpaar-Shooting
18.30 Uhr - Brautstrauß-Wurf
19.30 Uhr - Grillbuffet
22.00 Uhr - Eröffnungstanz, danach Sommernachts-Party

Von Anfang an war uns besonders wichtig, dass sich unsere Gäste in der Zeit, in der wir mit dem Fotografen zum Brautpaar-Shooting unterwegs sein würden, nicht langweilen. Denn in den letzten Jahren waren wir auf so einigen Hochzeiten, bei denen es zwischen dem Kaffeetrinken und der Feier am Abend eine manchmal sogar mehrstündige Pause gab und keiner so richtig wusste, wann es weitergeht und was man in der Zwischenzeit machen könnte.
Mein Vater hat den kleinen Anhänger von unserem Traktor mit Sitzbänken ausgerüstet und mein Bruder hat mit jeweils fünf bis sechs Gästen Fahrten zu einem Aussichtspunkt gemacht. Das kam nicht nur bei den Kindern gut an, sondern auch bei unseren Freunden, die kurzerhand Sektgläser und -flaschen und Süßigkeiten von der Candy Bar mitnahmen.
 
Außerdem hatte ich einen Foto-Booth organisiert, den mein Schwager betreute - und erstaunlicherweise hatten die älteren Semester den meisten Spaß mit Fake-Brillen, Hawaii-Ketten und Co. Für die Familien mit kleinen Kindern gab es mein altes Gartenhäuschen voller Spielzeug, jede Menge Platz zum Toben und unseren Teich zu entdecken. Ich muss nicht extra erwähnen, dass die Bar die ganze Zeit geöffnet war und es auf dem Kuchen-Buffet genug Leckereien für den kleinen Hunger zwischendurch gab...

Sonntag, 17. August 2014
ab 11.00 Uhr - Katerfrühstück
ab 17.00 Uhr - Reste-Essen

Hach was waren es für schöne Stunden mit unseren Freunden und der ganzen Familie! Am eigentlichen Hochzeitstag verflog die Zeit wahnsinnig schnell und wir sind so froh, dass wir ganz entspannt in unseren großen Tag hineinfeiern konnten und fast alle Gäste am Sonntag vor ihrer Abreise noch einmal sehen und mit ihnen gemeinsam unsere Hochzeit ausklingen lassen konnten.



Tagesablauf Juli

Für uns stand von Anfang an fest, das wir ein langes Hochzeitswochenende feiern wollen. Große Familie- großes Fest. Dabei war es uns wichtig eine ganz intime Atmosphäre zu schaffen. Ich wollte nicht mitten in der Stadt in einem bieder eingerichteten Standesamtraum zu der Liebe meines Lebens "Ja" sagen. Da kam nur etwas ländliches infrage. Und wenn man es schon so idyllisch hat, warum nicht einen kleinen Familienurlaub daraus machen? Mit dem Gut Gerdhagen in Satow erfüllten sich alle unsere Vorstellungen und mit dem nahe gelegenem Hotel Weide in Satow hatten auch alle restlichen Gäste eine tolle Übernachtungsmöglichkeit. Viele unserer Gäste kamen von weit her, meine Schwägerin musste sogar mit der kompletten 5 köpfigen Familie aus der Schweiz anreisen. Die Location entschädigte die langen Wege aber alle male. Freitag heirateten wir unter freiem Himmel standesamtlich, wie die Trauung war dürft ihr gerne HIER lesen. 

Den Rest des Freitags nutzten wir für Aufbauarbeiten und Besorgungen. Am Abend veranstalteten wir ein gemütliches Get Together mit Grillerchen und Feuerschale, bis es dann Samstag richtig ernst wurde. Am Samstag heirateten wir in der Kirche in Satow, danach begann das rauschende Fest bis in die frühen Morgenstunden. Abgerundet wurde das Wochenende mit einem großen gemeinsamen Frühstück in der Feierscheune am Sonntag Morgen.

Freitag, 15. August 2014
 9.00 Brautstyling 
11.00 Get Together der engeren Familie
11.30 standesamtliche Trauung
12.30 Sektempfang und Mittagssnack 
14.00 Aufbau des Festzeltes
17.00 Get Together aller Gäste mit Grillen 






Samstag, 16. August 2014
Hochzeitsmorgen
6.00 Uhr - Wecker
6.30 Uhr - Frühstück7.00 Uhr - Frisör
8.00 Uhr - Getting ready Aufnahmen
11.30 Uhr - Anziehen des Brautkleides
12.15 Uhr - Abfahrt zur Kirche

Ich muss wirklich sagen, das dieser Morgen wirklich der schönste in meinem Leben war. Die Schwiegermama brachte uns Kaffee und Brötchen. Wir tranken Sekt, lachten herzlich und als der Brautstrauß und die Blumen für meine Brautjungfern geliefert wurden flippten wir vor Freude völlig aus. Beim Brautkleid anziehen wurde es dann wieder ernst, denn meine Aufregung stieg plötzlich ins unermessliche. Ein zwei Tränen vergoss ich auch, aber irgendwie gehört das auch dazu. Der letzte kleine Schluck aus dem Sektgläschen verschaffte mir Mut und ich stieg in das Brautmobil. Das von meinen Brautjungfern gefahren wurde. Diese 10 Minuten zur Kirche waren glaube ich die emotionalsten die ich je erlebt habe.


Kirchliche Trauung
12.15 Uhr - Begrüßung durch den Bräutigam
12.30 Uhr - Einzug der Braut/ First Look am Traualtar
12.45 Uhr - Gottesdienst
13.30 Uhr - Gratulationen vor der Kirche
14.00 Uhr - Brautpaarshooting / Hotel Check in für die restlichen Gäste
15.15 Uhr - Bustransfer der Gäste zur Location

Nach der kirchlichen Trauung hatten alle Gäste eine kleine Verschnaufpause. Da viele kleine Kinder unter den Gästen waren, war hier Zeit die Kinder zu versorgen, sie umzukleiden oder sie einfach nochmal kurz ein Nickerchen machen zu lassen. Gäste die nicht am Freitag angereist waren, konnten in dieser Zeit in Ruhe ihr Hotelzimmer beziehen, sich nochmal frisch machen oder im hoteleigenen Biergarten etwas Sonne tanken. Das Brautpaar fuhr bereits in die Location um dort Video und Fotoaufnahmen zu machen.



Bunter Nachmittag auf Gut Gerdshagen

15.30 Uhr - Erster Sektempfang
16.00 Uhr - Anschnitt der Hochzeitstorte und Kaffeetrinken
16.30 Uhr - Fototermin mit den Brautjungfern, Trauzeugen und Eltern
17.00 Uhr - Gruppenfoto mit allen

Der  Nachmittag auf dem Gut war einfach wundervoll. Für die Kinder hatten wir bis zum Abendessen eine Kinderbetreuung organisiert, sodass die Eltern das schöne Wetter, Kaffe und Kuchen genießen konnten. Wir absolvierten mehrere traditionelle Hochzeitsspiele, machten tolle Fotos und hatten dabei tierisch viel Spaß. Das Werfen des Brautstraußes vergass ich dabei allerdings völlig. Das von meinen Schwiegereltern organisierte Steigenlassen von Luftballons war mein persönliches Hightlight am späten Nachmittag.


Hochzeitsabend
18.30 Uhr - Zweiter Sektempfang, Eröffnung der Festscheune
18.45 Uhr - Abendessen 
21.30 Uhr - Bodenfeuerwerk
22.00 Uhr - Eröffnungstanz 
24.00 Uhr - Mitternachtssnack

Die Eröffnung der Scheune war ein toller Moment. Die fertig dekorierten Tische zu sehen und überhaupt allgemein zu sehen, wie sich alles so zusammenfügte wie wir es uns vorgestellt hatten, überwältigte mich einfach. Die Candybar war ein Traum und unser Foto/Videoteam hatte eine tolle Photobooth aufgebaut. Es wurden Reden geschwungen, gut gegessen und bei dem Bodenfeuerwerk, das eine Überraschung meiner Brautjungfern war, nochmal ordentlich geknutscht, hihi...Um Mitternacht reichten wir den Gästen Currywurst als Snack. Das kam super an. Die Gäste konnten Dank eines flexiblen Taxifahrers spontan entscheiden wann sie nach Hause wollten. Der letzte Transfer ging morgens um 5, mit nicht mehr ganz so frischen Gästen *grins*. Um 5.30 Uhr morgens fielen Johannes und ich überglücklich ins Bett.


Sonntag, 17. August 2014
10.00 Uhr Hochzeitsbrunch in der Festscheune
13.00 Uhr Abbau des Festzelts
14.00 Uhr Verabschiedung der Gäste
 
Am Ende waren wir überrascht wie genau unser Zeitplan an diesem Tag aufging. Das, obwohl keiner von uns beiden überhaupt nur einmal auf die Uhr geschaut hatte. Alles ging von allein. Zu verdanken war das natürlich auch allen Dienstleistern und natürlich den Trauzeugen und dem Programmteam das meine Schwägerin mit ihrem Mann betreib. Nach der Trauung ließ ich einfach los, machte mir keinen Kopf mehr und entspannte mich. Und schwupps alles klappte. Eine gute Vorbereitung ist eben das A und O.

Viel Spaß beim Planen wünschen euch

Juli und Gabriela

Kommentare:

  1. Liebe Bridezillas,
    ich finde eure Seite so toll, ästhetisch und interessant. Ich suche schon so lange noch passenden Icons für den Ablauf und bin so begeistert von euren.
    Unter eurer Überschrift "Der große Tag" habt ihr diese verwendet. Kann ich diese im Internet finden.
    Ich würde mich sooo darüber freuen!
    Viele herzliche Grüße Daniela

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    1. Liebe Daniela! Vielen Dank für deine lieben Worte!
      Die icons sind sogenannte Pinsel/Vorlagen/Icons von Photoshop. Diese wird Juli in absehbarer zeit hier über unseren Downloadbereich zur Verfügung stellen, damit ihr sie laden könnt. Wir sagen Dir dann hier bescheid. Bzw. vielleicht bist du auch bei Instagram- dort werden wir es sicher publik machen. Liebe Grüße, Bridezillas

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